Im Büro fallen das, was schmutzig aussieht, und das, was Keime überträgt, selten zusammen. Die meisten Reinigungspläne sind um Ersteres herum gebaut. Diese Schieflage zu korrigieren kostet keine zusätzlichen Stunden — es verlangt nur, die vorhandenen anders zu verteilen.

Die echten Kontaktflächen

Gemeint sind Flächen, die viele verschiedene Hände über den Tag berühren. Sie gehören täglich gereinigt und desinfiziert, in stark frequentierten Büros auch zweimal:

  • Türklinken und Griffstangen, besonders an Sanitärbereichen und Fluchtwegen
  • Aufzugtaster und Lichtschalter
  • Hahn und Hebel am Wasserspender und an der Kaffeemaschine
  • Griffe von Kühlschrank und Mikrowelle in der Teeküche
  • Fernbedienungen, Bedienpanels und Tischfläche im Besprechungsraum
  • Tasten von gemeinsam genutzten Druckern und Kopierern
  • Tastaturen, Mäuse und Telefone an geteilten oder wechselnden Arbeitsplätzen
  • Treppengeländer und Armlehnen im Wartebereich

Ein einzeln genutzter Schreibtisch trägt deutlich mehr Last, als die meisten vermuten — besonders, wenn dort gegessen wird. Trotzdem ist die Tastatur eine der wenigen Flächen, die in kaum einem Reinigungsvertrag schriftlich auftaucht, meist aus Sorge vor Geräteschäden.

Elektronik sicher reinigen: niemals direkt auf das Gerät sprühen. Das Mikrofasertuch wird leicht angefeuchtet, ausgewrungen und dann geführt — bei ausgeschaltetem oder gesperrtem Gerät.

Reinigen und Desinfizieren sind zwei Schritte

Reinigen entfernt Schmutz und organisches Material. Desinfizieren senkt die Keimzahl. Das sind zwei Arbeitsgänge, und die Reihenfolge ist nicht verhandelbar: ein Desinfektionsmittel auf einer schmutzigen Fläche wirkt nicht, weil organisches Material es inaktiviert.

Der häufigste Fehler steckt im zweiten Schritt: auftragen und sofort trockenwischen. Nahezu alle Desinfektionsmittel brauchen eine Einwirkzeit, in der die Fläche sichtbar feucht bleiben muss — je nach Produkt oft zwischen einer und fünf Minuten. Wer sofort nachwischt, hat gereinigt, aber nicht desinfiziert. Die Angabe steht auf dem Etikett und lohnt das Nachlesen.

Das Farbcodesystem für Tücher

Es ist der Branchenstandard und verhindert das leiseste Problem der professionellen Reinigung: Verschleppung von einem Bereich in den anderen mit demselben Tuch. Die übliche Zuordnung lautet:

FarbeBereich
RotWC und Urinale
GelbWaschbecken und übriger Sanitärbereich
GrünKüche und Teeküche
BlauMöbel und allgemeine Flächen

Wenn Ihr Dienstleister dasselbe Tuch für das Bad und für die Schreibtische verwendet, gleicht das kein Produkt aus. Das ist eine berechtigte Frage vor der Beauftragung.

Sinnvolle Intervalle im Büro

  1. Täglich — Sanitärbereiche komplett, Kontaktflächen, Papierkörbe, Teeküche und Böden in Verkehrswegen
  2. Wöchentlich — freigeräumte Tischflächen gründlich, Glasflächen der Büros innen, Staub auf Regalen und Geräten, Teppich vollflächig saugen
  3. Monatlich — Lüftungsgitter, Sockelleisten, Kühlschrank innen, Möbelfüße und Unterseiten
  4. Vierteljährlich — Polster der Stühle, erreichbare Außenfenster, Pflege der Hartböden

Das Detail, das den Eindruck entscheidet

Ein Besucher beurteilt ein Büro nicht am Boden. Er beurteilt es an drei Dingen: dem Zustand der Toilette, den Glasflächen im Eingang und daran, ob in der Teeküche schmutzige Tassen stehen. Diese Punkte sind günstig zu halten und überproportional sichtbar.

Deshalb lautet unsere übliche Empfehlung bei Unterhaltsverträgen nicht, die Stunden zu erhöhen, sondern sie anders zu legen: ein kurzer Durchgang am Vormittag über Sanitär und Empfang wirkt für das Erscheinungsbild stärker als eine halbe Stunde zusätzliches Wischen in der Nacht.

Eine nützliche Prüfung: Nehmen Sie das Leistungsverzeichnis Ihres aktuellen Vertrags und suchen Sie die Wörter „Türklinken", „Lichtschalter" und „Tastaturen". Stehen sie nicht darin, werden sie nicht gemacht.