Die meisten Haushalte putzen aus Gewohnheit statt nach Kriterium: alles am Samstagvormittag, alles mit demselben Mittel, alles mit derselben Gründlichkeit. Das Ergebnis ist, dass einige Bereiche zu oft gereinigt werden und ausgerechnet die kritischen wochenlang zu kurz kommen.
Täglich: was nicht warten kann
Nur drei Dinge brauchen tägliche Aufmerksamkeit, und zusammen dauern sie keine zehn Minuten.
- Arbeitsplatte und Spüle in der Küche — Lebensmittelreste und Feuchtigkeit sind der Ausgangspunkt für den Großteil der Keimbelastung in einer Wohnung. Ein Durchgang mit Fettlöser und anschließendes Trocknen genügt.
- Spül- und Wischlappen — der Küchenschwamm gehört zu den am stärksten mit Bakterien besiedelten Gegenständen im Haushalt, gerade weil er dauerhaft feucht ist und organische Reste enthält. Täglich gründlich ausdrücken und alle ein bis zwei Wochen austauschen verändert mehr als jedes teure Mittel.
- WC und Armaturen im Bad — ein kurzer Durchgang verhindert die harte Arbeit am Wochenende.
Wöchentlich: der Hauptblock
| Bereich | Intervall | Warum |
|---|---|---|
| Bettwäsche und Kissenbezüge | alle 7 Tage | Schweiß, Hautschuppen und Hausstaubmilben; Waschgang bei 60 °C |
| Handtücher | alle 3–4 Nutzungen | bleiben feucht und liegen im warmen Bad |
| Böden in Durchgangsbereichen | wöchentlich | hier sammelt sich der eingetragene Straßenschmutz |
| Bad komplett | wöchentlich | Fugen, Duschwand und Abflüsse — Kalk setzt sich schnell fest |
| Staub auf Oberflächen | wöchentlich | wichtigster Sammelpunkt für Allergene in Innenräumen |
Die Reihenfolge zählt so viel wie das Intervall: immer von oben nach unten. Wer erst wischt und dann Staub wischt, wischt zweimal.
Handtücher und Bettwäsche werden am häufigsten gestreckt und sollten es am wenigsten. Wenn Sie nur eine wöchentliche Routine durchhalten können, dann diese.
Monatlich: was ohne sichtbare Folgen vergessen wird
- Kühlschrank innen — fachweise ausräumen, Haltbarkeiten prüfen und vor allem die Gummidichtungen reinigen, wo sich leicht Schimmel bildet
- Dunstabzugsfilter — angesammeltes Fett mindert die Absaugleistung und ist ein realer Brandherd
- Mikrowelle und Backofen — je länger man wartet, desto aggressiver muss das Mittel sein
- Sockelleisten, Türrahmen und Lichtschalter — täglich berührt, aber nie Teil der Wochenrunde
- Abflüsse in Dusche und Waschbecken — heißes Wasser und Vorbeugung ersparen den Rohrreiniger, der später nötig wäre
Vierteljährlich und jährlich
Alle drei Monate: Matratze absaugen und wenden, Vorhänge, Teppiche gründlich, Fenster und Rollläden innen wie außen sowie hinter den großen Geräten. Einmal im Jahr: Schränke leeren, Außenfenster, Polster mit Sprühextraktion und eine Kontrolle der Silikonfugen in Bad und Küche — dort zeigt sich Schimmel zuerst.
Wann das Intervall nach oben rutscht
- Allergien oder Asthma im Haushalt — Textilien und Böden gehen auf zweimal wöchentlich, und Saugen mit HEPA-Filter ist dem Kehren vorzuziehen, das Staub wieder aufwirbelt
- Haustiere — Haare und Tierschuppen verlangen fast tägliches Saugen dort, wo die Tiere schlafen
- Krabbelnde Kinder — Böden und niedrige Flächen rücken auf täglich
- Erdgeschosswohnung oder Lage an einer befahrenen Straße — der Staubeintrag von außen vervielfacht den Bedarf an Fenstern und Böden
Was tatsächlich Zeit spart
Verteilen statt anhäufen. Zwanzig gezielte Minuten am Tag bringen mehr als vier Stunden am Sonntag, weil frischer Schmutz mit Wasser und Seife weggeht, während festgesetzter Schmutz aggressive Mittel, Einwirkzeit und mechanische Arbeit verlangt. Aus demselben Grund ist eine regelmäßige Unterhaltsreinigung meist günstiger als eine Grundreinigung im Notfall.